Betrachtet man die Erfolgslisten der Kinofilme Anfang der sechziger Jahre, so kann man verstehen, daß der Wunsch Unterhaltungsfilm zu machen, besonders für die jüngeren, von ausländischen Vorbildern ausgelöst ist. Die deutsche Produktion bestand vorallem aus Schlager-, Heimat- ,bestenfalls Edgar Wallace- und Winnetoufilmen. In Deutschland nach dem Krieg hat man allgemein den Wunsch internationaler und weltgewandter zu wirken, man versucht diese Welt zu kopieren, auch im Kino. (Quelle 8)
"Der Hang zum Exotischen, die Lust am Duft der weiten Welt...ist im neueren deutschen Filmschaffen übermächtig geworden und hat zu einem Phänomen ohne Parallele geführt:zum verschwinden des deutschen Menschen und des deutschen Milieus aus dem deutschen Film" (Spiegel zitiert in Fischer/Hembus S.272)
Für die jungen Filmer, die sich, wie gesagt, gegenseitig kannten, in Schwabing in dieselben Kneipen gingen und in wechselnden Konstellationen zusammenarbeiteten, gab es ein ganz spezielles Vorbild: Die Autoren der Nouvelle Vague, zuvor Kritiker bei den Cahiers du Cinema. (Quelle 9)
Thome, Zihlmann, Lemke und Schmidt waren ebenfalls Kritiker, unter anderem bei der Zeitschrift Film gewesen und ersterer bringt die Zeitschrift, ganz wie seine Vorbilder, sogar einmal, in seinem Kurzfilm "Die Versöhnung", ins Bild.
Die "Kinosucht" war verbreitet, May Spils (wie Faßbinder) sagt, sie wäre in dieser Zeit drei- bis viermal täglich ins Kino gegangen. (Gollub) (Quelle 10)
Enke kommt aus dem Türkendolch-Kino in Lemkes Kurzfilm "Kleine Front". Nach durchgemachter Nacht und Stunden im Kino, ist der Atem nicht mehr frisch.
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Der Reichtum der Welt wird in den Filmen der Jungen ganz anders aufgesogen, als im deutschen Genrekino; er ist gewissermaßen aus der besitzbürgerlichen Hierarchie befreit und flottiert in einer anarchistisch spielenden Leisure-Kultur. Schon deshalb mußte es sich dabei um einen ausländischen Reichtum handeln: deutsche Nobelmarken denunzieren ihre Besitzer im jungen deutschen Film, ausländische Adeln sie. (Seeßlen)
Bezeichnend ist, daß nicht wenige der Regisseure als Filmkritiker begonnen hatten; ihre ersten filmischen arbeiten entstanden aus der Faszination an den Möglichkeiten des Mediums, das zusehends zum Thema wird, Erfahrungen, die man im kino gesammelt hat, dienen als Anlaß der Reflexion. (Pflaum/Prinzler)"Frühstück in Rom" von Max Zihlmann ist ein Film über den Regisseur und seine Clique: junge Kritiker, die im Kino mehr zu Hause sind, als in der Stadt München, in der sie leben. München ist in diesem Film fotografiert wie Godards Paris. (Wolf/Kurowski)
Wahrhaft exzessiver Kinikonsum erschien als adäquate Methode, sich von der Wirklichkeit demonstrativ abzukehren und zugleich eine Sprache für sie zu finden. (Seeßlen)